Nisha , unsere Ausbildung und der „Weg zu uns“….

 

…wie immer wieder von mir gelesen: oft findet mich „mein Weg“ während ich a) entweder etwas anderes plane, oder b) wieder mal völlig planlos bin.

So kam ich auch zuerst zu Nisha und letztendlich zu unserer gemeinsamen Ausbildung wie die „Jungfrau zum Kind“….

Wie schon bei Nisha beschrieben war es eigentlich nicht geplant in diesem Sommer – vor unserem eigenen ersten Wurf im Winter desselben Jahres – noch einen Welpen dazu zu nehmen.

Aber ich hatte mein Herz komplett an dieses Momo-Enkelkind verloren. Nisha und ich hatten eine wunderbare Verbindung. Wir trainierten, Nisha war so nervenstark und lernwillig. Ich war entspannt, hochmotiviert und überglücklich. Als Nisha knapp 6 Monate alt war – als genau mit Beginn ihrer Pubertät – kamen unsere kleinen GLÜCKSFAELLE.  Nisha hätte genau jetzt viel Zeit und individuelles Training gebraucht – und diese Zeit war jetzt nicht da. Sie war wunderbar mit den Babys – trotzt ihrer oft recht ungestümen Junghunde-Art. Sie lief prima im Rudel der großen Hunde mit, hätte aber eigentlich mehr Zeit alleine gebraucht. So verlernte sie vieles und gewöhnte sich andere reaktive Verhaltensweisen an….

Als wir begannen wieder miteinander zu arbeiten war es als ob wir nie wirklich zusammen trainiert hätten. Schlimmer noch – wir waren uns richtgehend fremd.

Die Missverständnisse auf beiden Seiten waren vorprogrammiert und damit einhergehend Frust, Unsicherheit und noch mehr Missverständnisse. Es gab viele Momente wo ich mit mir und uns als Mensch- Hund Team so haderte, tatsächlich aufgeben wollte. Gleichzeitig war ich immer wieder fasziniert von ihrer extrem sensiblen und intelligenten Art. Davon, dass sie – mehr als jeder andere Hund den ich jemals erlebt habe in den Menschen lesen kann.  Ich musste einsehen: Ja Nisha hat durchaus die Gene ihrer Oma – denn auch Momo ist extrem schlau und was sie nicht will macht sie nicht – basta! Nisha hat das 100 fache an Temperament ihrer Oma und dabei auch Momos maximalen  Dickkopf und den Eigensinn.  Was also tun? Erst einmal unterstütze mich meine wunderbare Hundetrainerin Tanja, die mir half die Nerven zu bewahren, die all das Potential in Nisha erkannte und viele meiner Tränen trocknete….Ja es ist eine Tatsache: Nicht alle Pädagogen – oder Psychologen - Kinder sind ohne Probleme, nicht alle Lehrerkinde sind 1er Schüler und nur weil jemand Hundetrainer UND Züchter ist sind er / sie und seine/ihre Hunde NICHT OHNE MACKEN UND KANTEN, NICHT PERFEKT! (Auch wenn die Umwelt – die selber nicht perfekt ist den Perfektionismus von  anderen regelmäßig zu erwarten scheint….)

Ich wollte Nisha und mich nicht aufgeben. Jedes Individuum in Deinem Leben hat nicht ohne Grund zu Dir gefunden. Es ist eine Chance zu wachsen und neue Stärken zu entwickeln. An diesem Glauben habe ich fest gehalten…

Und dann stolperte meine Freundin Kati – meine Ausbildungskollegin aus der Hundetrainerzeit – mit der Idee herein:  Mach doch mit Nisha die Ausbildung zum Therapie – und Pädagogikbegleithund!

Die Idee war geboren… Ein Platz bei Kati im Herbst war frei geworden… Und ich lies mich auf dieses Wagnis ein…

Seit September gehen Nisha und ich nun diesen besonderen Weg mit dem Ziel Nisha in der Schule einzusetzen. Die Praxisseminare sind abgeschlossen, die Mappe fast fertig. Im September dieses Jahres findet die Zertifizierung statt. Eine Menge Arbeit warte noch auf uns…

 

Aber es ist ein Weg zu uns beiden selbst.  Was mein Anliegen ist, warum  Schule , warum ich nicht ausschließlich den „klassisch – therapeutischen“ Weg mit Nisha gehe… Mehr dazu unter "GLÜCKSFAELLE aktiv "